Sonntag, 22. Mai 2016

Alpentraining, Teil 1...

Bisherige Km: 461
Heutige Km: 67
Gesamt-Km: 528
Route: Motten bis Karlstadt



Nach einer guten Nacht mit Sonnenschein am Morgen starte ich gegen 9:00 Uhr in den Sonntag.
Die ersten zwei Kilometer rolle ich auch noch ganz entspannt dahin, als plötzlich mal wieder ein Radweghinweisschild auftaucht. Da die Straße selber einige steilere Kurven in der Ferne aufzeigt lasse ich mich auf den Radweg ein.
Von allen Heiligen der Gegend beschützt

Und damit war es dann mit dem entspannten Vormittag vorbei. In gerade mal 3 Kilometern geht es nun 180 Höhenmeter zu erklimmen. Da ist es schnell vorbei mit meiner Kondition und ich schiebe mein Rad. Das ist jedoch nicht weniger anstrengend und ich bin in nullkommanix durchgeschwitzt. Zum Glück ist heute Sonne pur angesagt, sodass ich nicht friere.
Mit diesem Tagesanfang will man mich wohl heute fertig machen. Da hilft es mir auch wenig, das ein nettes älteres Nordic Walking-Päarchen vor dem Gipfel darauf hinweist, dass es in 100 Metern wieder bergab gehe.
Da sich an der Topographie heute wenig ändert, verbringe ich viel Zeit mit schieben und die erklommenen Höhen wieder hinabzurauschen.
S. Eustachius, S. Ägidius, S. Barbara, etc.,  etc...

Ich komme so durch Bad Brückenau, welches aber noch recht verschlafen wirkte, durch Hammelburg, wo ich mir bei einem Chinaimbiss eine Hühnersuppe und gebratene Nudeln gönne.
Nach einem letzten großen Hügeleinsatz erreiche ich Karlstadt am Main. Hier entscheide ich mich auf dem am Wasser gelegenen Campingplatz zu bleiben.
Das angrenzende Freibad ist wegen Sonntag und den Temperaturen zwar stark überlaufen, gibt mir aber die Möglichkeit ein paar erfrischende Runden zu schwimmen und die ersten kleinen Sonnenbrände auf Unterarmen und Waden zu kühlen.

Samstag, 21. Mai 2016

Pilgertreffen...

Bisherige Km: 387
Heutige Km: 74
Gesamt-Km: 461
Route: Bad Hersfeld - Motten


Gut geschlafen in einem richtigen Bett und lecker gefrühstückt starte ich heute Morgen meine heutige Etappe.

Auch wenn ich mal wieder nicht so zeitig wegkomme wie geplant nehme ich mir noch kurz Zeit um meine Trinkvoräte aufzufüllen.
Auf Essen könnte ich tagsüber gut verzichten. Zu Trinken brauche ich jedoch reichlich.
Dann quäle ich mich aus Bad Hersfeld hinaus und folge der Bundesstraße 27 in Richtung Süden. Immer mal mehr oder weniger nah. Die Hoffnung, dass ich dadurch weniger Steigung und Gefälle erlebe, stirbt leider.
Ein Hühnergruß für Aenne

An der Seite der B27 knacke ich heute zum ersten Mal die 400m-Marke.
Heute führen mich dafür dann der eine oder andere Radweg auch durch Waldgebiet. Ob ich mir dieses nun eingebildet habe oder ob es tatsächlich merkbar ist bleibt dahingestellt.
Ich hatte auf jeden Fall immer das Gefühl in einen Sauerstoffsee einzutauchen. Was meine angestrengten Lungen sehr genossen haben.
Sauerstoff ohne Ende

Gegen späten Mittag komme ich durch die barock geprägte Stadt Fulda.
Sicherlich gäbe es eine Menge anzusehen. Aber nicht nur unzählige Touristen, sondern auch noch viel mehr Teilnehmer eines Firmenbenefizlaufes watschelten durch die Stadt.
So blieb es bei mir nur bei einem kleinen Eis. 
Fulda ist bestimmt sehenswert (Gerne ein anderes Mal)

Ein kleines Stückchen kann ich nun noch dem Rinnsal Fulda folgen, bevor ich dann doch südlichere Ziele anvisiere.
Das ist auf jeden Fall der Campingplatz Rhönperle in Kothen.
Abendbesucher...

Bevor ich jedoch dorthin gelange komme ich durch den Hauptort Motten und entdecke dort rechts und links der Hauptstraße unzählige Wanderer. Diese sitzen auf Bierbänken und geniessen Vesper oder Kaffee und Kuchen in Garagen oder Hauseinfahrten.
Ich wundere mich, was das wohl für eine Wanderveranstaltung sein soll.
Als ich mich kurz danach mein Fahrrad schiebend den letzten steilen Hügel hinaufquäle komme ich ins Gespräch mit einem der Wanderer.
Dieser hat krampfhaft sein Gesangbuch in Händen, als ob er sich daran hinaufziehen wollte.
Er erklärt mir netterweise, dass es sich hierbei um die jährliche Wallfahrt nach
Walldürn zum “Heiligen Blut“ handle, an welchem dieses Mal bis zu 800 Pilger in Fulda gestartet seien.
http://www.wallduernwallfahrt.de/wallduern/wallfahrt/geschichtewallfahrt.php
Die Pilger sehe und höre ich später auf dem Weg zur Dusche wieder, als sie mit Blasmusik und Kirchengesang durch das Örtchen wandern um ihr heutiges Tagesziel zu erreichen.
Auch wenn mein Pilgerweg noch in weiter Ferne liegt, so stoße ich heute zum ersten Mal auf deutsche Pilgerzeichen.
Doch bis dahin:  Der Weg ist mein Ziel....
Euch allen einen schönen Sonntag.
Erste Pilgerhinweise

Freitag, 20. Mai 2016

Und alleine geht es wieder weiter...

Bisherige Km: 314
Heutige Km: 73
Gesamt-Km: 387


Route Wahlhausen-Bad Hersfeld
Heute Morgen werde ich endlich mal von wärmenden Sonnenstrahlen empfangen.  Diese helfen den Start in den Tag angenehmer zu gestalten.

Trotzdem bin ich traurig, da Aenne wieder abreisen muss und ich nun meine Tour ganz alleine fortsetzen werde. Auch wenn es einfacher ist seinen eigenen Rhythmus zu fahren, wenn man alleine ist, so fehlt mir doch gelegentlich ein Ansprechpartner. Dieses werde ich auch dieses mal wieder meistern müssen.
Abschiednehmen ist angesagt


Wir trennen uns jedoch nicht ohne vorher im Kurörtchen Bad Sooden-Allendorf ein kleines Frühstück zu gönnen. Vorher noch ein kleiner Sparziergang durch eine wunderschön restaurierte Fachwerkstadt. Ein wahrer Hingucker und ganz bestimmt eines weiteren Besuches wert.
Ab hier geht es wieder alleine weiter

Auch die kleinen Örtchen, welche an der Werra wie an einer Kette aufgereiht, von mir durchfahren werden bestätigen das.
Fachwerkromantik an der Werra


Nachdem die Werra in Höhe Eschwege in Richtung Osten abdreht folge ich nun der Wehre, welche dann aber bei Bebra von der Fulda abgelöst wird.
In Bebra wird nicht nur bei Aldi mein Getränkevorrat aufgefüllt, sondern auch die Entscheidung getroffen heute mal nur bis nach Bad Hersfeld zu fahren. Sämtliche entdeckbare Campingplätze liegen zu weit weg um sie noch entspannt zu erreichen oder in einer ganz falschen Richtung.

So entscheide ich mich einfach mal zu einem Besuch der Jugendherberge in Bad Hersfeld und gönne mir ein richtiges Bett.
Jugendherberge in Bad Hersfeld


Ich hoffe mein Körper revanchiert sich dann Morgen mit neuer Kraft und ermöglicht eine größere Strecke zum ersten anvisierten Etappenziel Landsberg am Lech in Bayern. Doch bis dahin sind es noch einige Tage.

Donnerstag, 19. Mai 2016

Hügeltraining, Teil 2

Bisherige Km: 254
Heutige Km: 60
Gesamt-Km: 314
Route Seeburg - Wahlhausen

Leider erwartet mich am Morgen nicht nur das fröhliche Geziepe unzähliger Vögel, sondern auch das "lustige" Getröpfel eines kühlen Morgenregens. Das ist nicht gerade der angenehme Beginn eines Reisetages.

Zudem hat der Regen die eigentlich zum Trocknen aufgehängten Klamotten wieder richtig durchfeuchtet. Das waren sie bereits gestern Abend, den leider hatte die Waschmaschine am Campingplatz einen leichten Defekt, sodass ich meine Wäsche zwar gewaschen, aber nicht geschleudert, aus der Wasserlache der Maschine holen musste.
Zum Glück habe ich noch eine kleine Zweitgarnitur an Radlerkleidung, sodass ich losradeln konnte.

Als Entschädigung für den Morgenfrust habe ich mir heute erlaubt das große Gepäck von Aenne im Auto transportieren zu lassen. Ich hatte nur das allernötigste dabei.

Leider musste ich recht schnell feststellen, dass meine Oberschenkelmuskeln lieber einen Tag ausgeruht hätten. Da dieses jedoch nicht möglich ist, entscheiden wir uns für einen mittäglichen Zwischenstopp um gemütlich Essen zu gehen.
Pause im Straßencafe

Dieses tun wir dann im Heilbad Heiligenstadt. Ein nettes kleines Kurörtchen mit noch etwas Ossi-Charme. Die gewählten Speisen, Tomatensuppe, Elsässer Flammkuchen und überbackener Feta waren jedoch sehr sehr lecker. Auch wenn mein Magen auf dem restlichen Stück bis zum heutigen Campingplatz im Ort Wahlhausen kurz vor Bad Sooden-Allendorf, lieber leichter gewesen wäre.
Aber das liegt wohl eher an der reichlichen Flüssigkeitszufuhr beim Fahren.
Wahlhausen Campingoase direkt an der Werra


Um meinen Beinen, meiner noch zu geringen Kondition und meiner Reisebegleitung Aenne gerecht zu werden, bleibt es heute bei einer kürzeren Strecke.
Toilettenweisheiten

Mittwoch, 18. Mai 2016

Hügeltraining, Teil 1

Bisherige Km: 149
Heutige Km: 105
Gesamt-Km: 254
Von Holle bis zum Seeburger See

Nachdem ich die heutige Nacht nicht gefrorenen habe, starte ich entspannt in einen weiteren Etappentag.
Empfängt mich der Morgen mit zwei Grad mehr und ersten Sonnenstrahlen, so muss ich mich doch durch die ersten 25 Kilometer bis nach Lamspringe quälen.

Denn ab heute ist es vorbei mit dem galanten Dahinradeln. Ab sofort geht es gefühlte 6 Höhenmeter runter und dann wieder 10 hinauf. So schaukele ich mich immer weiter Richtung Kasseler Berge. Auch wenn die noch fern sind, so lasse ich die norddeutsche Tiefebene hinter mir.
Immer an der Leine lang

Da hilft es auch wenig, wenn ich immer wieder versuche mich an dem einen oder anderen Flußlauf zu orientieren. Immerhin stoße ich alsbald beim Örtchen Kreiensen auf das Flüßchen Leine. Der Verlauf des Leine-Heide-Radweges ist in Teilen gut ausgebaut und beschildert.

Immerhin konnte ich feststellen, dass die Bewohner von Kreiensen mein Erscheinen mitbekommen und sofort honoriert haben. :-)
Ist das nicht nett?


So radle ich motiviert weiter und komme gegen späten Nachmittag bis nach Northeim, wo eigentlich das heutige Ziel liegen sollte. Da mich jedoch meine Aenne ein paar Tage begleiten wollte und bis zu ihrem Eintreffen noch ein paar Stunden Zeit sind, lasse ich mich nicht lumpen und reise noch ein paar Kilometer runter. (Auch wenn es mir meine Beine nicht wirklich danken).

Über Nörten-Hardenberg gelange ich dann Abends bis Campingplatz am Seeburger See im gleichnamigen Örtchen. Und da dauert es auch nicht lange da kommt mein Mädel auch schon angerauscht. Aus dem geplanten abendlichen Essengehen wird jedoch nichts mehr, da der Ort so unheimlich mondän ist, dass ansässige Etablissements unter der Woche erst gar nicht aufmachen oder bereits die Küche geschlossen haben.
So greifen wir gekonnt auf noch vorhandenen Reiseproviant zurück und werden mit Kräckern, gekochten Eiern und Mohrrüben auch satt. Dafür soll es dann eben morgen kulinarischer werden.

Dienstag, 17. Mai 2016

...von Kanal zu Kanal...

Bisherige Km: 73
Heutige Km: 76
Gesamt-Km: 149

Die erste Nacht mal wieder im Zelt war nicht gerade berauschend.
Ursächlich hierfür waren die derzeitigen Temperaturen, welche in so einem dünnwandigen Gebilde doch zu spüren sind.
Zum Glück habe ich noch eine Fleecedecke eingepackt. Dieses Mal hatte ich auch vorausschauend eine Menge Magnesium zu mir genommen. So kam es nur zu einem kleinen nächtlichen Krampf im linken Oberschenkel.
Morgenstimmung am Tankumsee

Heute Morgen bin ich kurz nach Acht aufgebrochen. Früher hätte es wegen der Kälte auch wenig gebracht.
Dem Elbeseitenkanal bin dann noch ein kurzes Stück gefolgt, bis dieser in den Mittellandkanal mündete.
Kanaleinmündung

Hier ging's dann weiter bis nach Braunschweig, wo ich dann doch eine Zwangspause einlegen musste.
Die morgendlichen 8 Grad hatten meinen Füßen so zugesetzt, dass ich sie nicht mehr gespürt hatte.

Da kam es gerade recht, dass mein Weg bei IKEA vorbei führte. Dort gönnte ich mir nicht nur eine Aufwärmpause, sondern auch ein spätes kleines Frühstück.
Frühstück bei IKEA


Dann ging es aber bald auch schon wieder weiter. Dieses Mal in Richtung Salzgitter. Hier stieß ich alsbald auf den Salzgitter Stichkanal, welchem ich bis ins stahlverarbeitende Gewerbegebiet von Salzgitter folgte. Die eigentliche Stadt ließ ich jedoch links liegen. Schließlich wollte ich noch zeitnah den heutigen Campingplatz erreichen.
Campingplatz Bergmühle in Holle

Vom Tankumsee bis Holle

Montag, 16. Mai 2016

Und jetzt gehts los...

Heute ist Pfingstmontag und trotz eher verhaltener Wetteraussichten drängt es mich nun doch endlich aufzubrechen.
Den ganzen Morgen war ich noch dabei die letzten Dinge einzupacken und dabei das Gefühl zu bekämpfen, dass man ganz bestimmt irgendetwas vergessen hat.
Dank der Hilfe und Unterstützung meiner lieben Partnerin klappte dieses ganz prima.
Als dann alle Sachen verstaut waren und sich gegen 13:00 Uhr auch noch ein paar Sonnenstrahlen zeigte wollte ich endlich los.
Ganz zum Leidwesen von Aenne, welche mich gerne noch ein wenig dabehalten hätte.
Aber so startete ich dann in ihrer Begleitung. Sie schwenkte kräftig ihre Kameras um wenigstens noch ein paar kleine Fotos und Filmschnipsel zu ergattern.

Von Böddenstedt aus ging es erst mal in Richtung Wrestedt von wo aus ich dann meine Reise alleine fortsetzte.

Kurz vor Wieren schwenkte ich dann auf den Elbeseitenkanal. Diesem folgte ich dann bis in Höhe Gifhorn, wo ich gegen 20:00 Uhr mein Zelt auf dem Campingplatz am Tankumsee aufschlug.
Seit vielen Jahren mal wieder schlicht in einem Zeltchen pennen. Ein spannendes Gefühl, das mich die nächsten Wochen begleiten wird.
Nun noch zur Statistik:
Von Zuhause bis zum Tankumsee


Bisher zurückgelegte Km:    0
Heute gefahrene Km:         73
Insgesamt:      73